Kamerawahl und Nachhaltigkeit
Manchmal werde ich von Freunden nach einem Tipp für eine neue Kamera, typischerweise eine Spiegelreflexkamera, gefragt. Da kann man mit Reverend Lovejoy sagen “Die sind alle gut!” und hätte sicher recht, aber was ist mit der Nachhaltigkeit bzw. Zukunftsfähigkeit? Hier sollte man doch ein wenig langfristiger planen, da das jeweilige Bajonett der Kamera natürlich die zukünftige (wachsende?) Objektivfamilie wesentlich mitbestimmt.
Monopolbildung hat viele Schattenseiten, aber auch eine kleine Sonnenseite: Es ist viel leichter, einen Standard durchzusetzen. Aktuell wird dieser bestimmt von den Platzhirschen Canon und Nikon (bei SLRs fast gleich auf), und so bieten viele Objektivhersteller wie Sigma und Tamron nur noch Objektive für diese Bajonette an. Aber auch hinsichtlich der Peripherie (Blitze, Umkehradapter, Filter, …) und hinsichtlich des Supports durch die Community bei aufkommenden Fragen zur Technik ist man natürlich mit Produkten der zwei Großen besser bedient. Oder hat schonmal jemand eine Selbstbauanleitung für einen aktiven Retroadapter für eine Olympus gefunden..? Ich nicht. Für Canon-Kameras gibt es da sogar mehrere …
Bei Sensorformaten führt bei SLRs im Moment mit ziemlichem Abstand das APS-C-Format mit einem Formatfaktor von 1,6 im Vergleich zum Kleinbild. Das Nikonformat mit Faktor 1,5 ist absolut vergleichbar. Wenn man solch eine Kamera einsetzt, so hat das bspw. den Vorteil der Vergleichbarkeit. Hat man ein schönes Foto auf flickr gefunden und möchte hiervon hinsichtlich der verwendeten Technik bzw. eingesetzten Optik (Brennweite, Blende, …) etwas lernen, und dies vielleicht auch nachvollziehen, so klappt dies am besten bei gleichem Sensorformat. Auch das Preis-/Leistungsverhältnis bei Bodys mit APS-C-Formatsensoren ist wohl aktuell das beste, da die Vollformatsensoren immer noch überproportional teuer und bspw. die Olympus mit FourThirds-Format (Formatfaktor 2) nicht viel billiger sind.